Trotzki im Exil
Die russische Revolution ist Vergangenheit. Heute ist Trotzki im Exil. Der Schreibtisch des Revolutionärs ist das alle Stationen seines ungewollten Exils verbindende Element. Am Schreibtisch in Mexiko wird der sowjetische Agent Ramón Mercader den russischen Revolutionär Trotzki im Auftrag von Stalin erschlagen. Dass Revolutionen aus den Gedanken und Schriften Einzelner hervorgehen, ist eine Triebfeder des Textes. Peter Weiss entwirft ein Konversationsstück aus knappen, atemlosen Sätzen und chronologisch springenden Szenen mit annähernd 100 Figuren aus dem Leben des Mannes, der von der Idee der Weltrevolution besessen war und die Stimme der russischen Revolution. Trotzki ist dabei tragische Figur, im Exil isoliert, fern des Epizentrums der russischen Macht. Dennoch entfaltet sein bis zum Ende seines Lebens formulierter Glaube an eine gerechtere Welt noch heute Wirkung: »Was geschehen ist, beweist nicht die Falschheit des Sozialismus, sondern die Gebrechlichkeit, die...
Peter Weiss
