Gesang vom Lusitanischen Popanz

Stück mit Musik in zwei Akten

Besetzung: 4 Damen, 3 Herren, Besetzungshinweise: Besetzung variabel
Produktion: Radio Beograd
Ursendung: 31.12.1969
Synopse

Im riesigen Reich Lusitanien herrschen klare Grundbegriffe: Gott, Vaterland und Familie. Die produktive Gesellschaft Lusitaniens hat sich auf »harte, aufopferungsvolle Arbeit« eingeschworen: »Ein jeder hat sein Äußerstes zu leisten.« Das gilt vor allem für das Hilfspersonal, verschleppt aus den Kolonien in Übersee, Angola und Mosambik. Aufständische werden gefoltert oder liquidiert. Als ein Feind, der das »Gift des Internationalismus« verbreitet, das Land bedroht, ordnet der Popanz, Führer des Landes, die Mobilmachung der Jugend an.
Wie das Reich Lusitanien zu Reichtum kam, erzählt Peter Weiss in dieser politischen Revue, einer Folge aus sprachlich geschliffenen, rhythmischen Szenen, einer Montage aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen. Es ist sein frühestes Stück, das Kolonialismus thematisiert. Portugal diente ihm als Vorlage, die portugiesische Außenregierung reagierte entsprechend empfindlich auf die Premiere. Im darauffolgenden Viet Nam Diskurs...


Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren und starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in Bremen, wo er das Gymnasium besuchte. 1929 kehrte die Familie Weiss nach Berlin zurück, musste jedoch 1934 emigrieren. Die erste Station bildete London, darauf folgte 1936 die SR. In diesen Jahren widmete sich Peter Weiss vorwiegend der Malerei – 1937/1938 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag. In dieser Zeit besuchte er Hermann Hesse während zweier längerer Aufenthalte in der Schweiz. Die dritte und letzte Emigrationsstation bildete 1939 Schweden, wo Peter Weiss zunächst in Alingsås, ab 1940 in Stockholm wohnte. Hier setzte er seine...
Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren und starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in...
Autorenfoto zu Peter Weiss

Weitere Stücke von Peter Weiss

Weitere Stücke

4 Herren, 6 Darsteller:innen
In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts plante Peter Weiss eine Trilogie, in der er in Anlehnung an Dantes Divina Commedia ein Welttheater der bürgerlich-kapitalistischen...

Josef K. wird befördert. In rasantem Tempo steigt er auf. Eben noch hatte er sich in seine Position als Prokurist in der Versicherungsabteilung eingewöhnt und sich in seinem Büro eingerichtet, da...

6 Damen/24 Herren
Am Tag seines 30. Geburtstages wird Bankprokurist Josef K. von zwei Gerichtswächtern verhaftet. Den Kuchen, den die Pensionswirtin für ihn gebacken hatte, verspeisen die drei Gehilfen der Wächter,...

5 Damen/21 Herren
Als Zwölfjähriger lebte Peter Weiss für ein halbes Jahr in unmittelbarer Nähe zum Hölderlinturm in Tübingen. Bevor er die Gedichte des schwäbischen Dichters kannte, spukte der »Geisteskranke« in...

6 Damen/6 Herren
Was für ein Durcheinander! Die Menschen sind gekleidet wie Clowns, sie sprechen in grotesk-verspielter Traumsprache, Frauen sind mit Herzmündern geschminkt und tragen überdimensionierte Schleifen,...

11 Damen/51 Herren

2 Damen/6 Herren
Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Pablo Niente zurück in den Turm. Hier leben wie einst: die Verwalterin, der Direktor, in dessen Zirkus Pablo früher die Erstickungsnummer zeigte, Carlo und ein...

3 Damen/5 Herren
Dieses Zuhause ist die Hölle für die fast erwachsene Bertha. Ihr Vater, Rittmeister und Hobbywissenschaftler, der die Beschaffenheit von Meteoriten untersucht, und ihre Mutter Laura haben...

16 Damen/30 Herren
In einem Vorwort formuliert August Strindberg den Charakter seines Traumspiels: »Im Anschluß an sein früheres Traumspiel Nach Damaskus hat der Verfasser in diesem Traumspiel...

1 Dame/6 Herren
Herr Mockinpott sitzt ungeduldig im Gefängnis, seine Frau schläft mit einem anderen, sein Arbeitgeber jagt ihn weg, eine Herzoperation erleichtert ihn kaum. Schließlich sagt er dem lieben Gott seine...