Gesang vom Lusitanischen Popanz
Regie: Karl Paryla
Regie: Karl Paryla
Im riesigen Reich Lusitanien herrschen klare Grundbegriffe: Gott, Vaterland und Familie. Die produktive Gesellschaft Lusitaniens hat sich auf »harte, aufopferungsvolle Arbeit« eingeschworen: »Ein jeder hat sein Äußerstes zu leisten.« Das gilt vor allem für das Hilfspersonal, verschleppt aus den Kolonien in Übersee, Angola und Mosambik. Aufständische werden gefoltert oder liquidiert. Als ein Feind, der das »Gift des Internationalismus« verbreitet, das Land bedroht, ordnet der Popanz, Führer des Landes, die Mobilmachung der Jugend an.
Wie das Reich Lusitanien zu Reichtum kam, erzählt Peter Weiss in dieser politischen Revue, einer Folge aus sprachlich geschliffenen, rhythmischen Szenen, einer Montage aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen. Es ist sein frühestes Stück, das Kolonialismus thematisiert. Portugal diente ihm als Vorlage, die portugiesische Außenregierung reagierte entsprechend empfindlich auf die Premiere. Im darauffolgenden Viet Nam Diskurs...
Peter Weiss
