Rhapsodie am Ende des »zerbrochnen Krugs«

Ein anderer Ausgang zu Heinrich von Kleist

Besetzungshinweise: 1 Spielerin und ein ganzes Ensemble
Theaterstück
Synopse

Der Krug ist schon zerbrochen. Das Urteil gesprochen. Jetzt spricht Eve.

Maria Milisavljević setzt dort an, wo Kleist aufgehört hat – und lässt Eve allein auf der Bühne zurück, mit den Scherben einer Geschichte, die ihr niemand geglaubt hat. Was als persönliche Abrechnung beginnt, weitet und vertieft sich: Die Autorin verwebt Eves Erfahrung mit dokumentierten Fällen sexualisierter Gewalt, mit Gerichtsurteilen und Femizid-Statistiken – ohne die Grenze zwischen Figur und Zeugin je ganz aufzulösen.
Die Sprache ist dabei roh und präzise zugleich: Sie bricht mitten im Satz ab, nimmt sich zurück, beginnt neu – und trägt in dieser Struktur selbst das Bild einer Frau, die immer wieder zum Sprechen gezwungen wird, ohne gehört zu werden.
Die Rhapsodie verhandelt Victim Blaming, patriarchale und misogyne Rechtssysteme und die Frage, wem die Scham gehört – und wem sie zugewiesen wird.

Der Text kann als Epilog für Inszenierungen von Der zerbrochne Krug...


Maria Milisavljević (1982, Arnsberg) ist Dramatikerin, Übersetzerin und promovierte Kulturwissenschaftlerin und gehört zu den wichtigsten Autor:innenstimmen des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters. Ihre Stücke werden an führenden Bühnen im deutschsprachigen Raum sowie international aufgeführt, vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2026 wird sie mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für ihr Gesamtwerk geehrt. Milisavljević wächst als Arbeiter:innenkind mit serbischen Wurzeln in einem kleinen katholischen Dorf im Sauerland auf. Erfahrungen von Herkunft, sozialer Zuschreibung und Zugehörigkeit prägen ihr Schreiben bis heute.
Zu ihren zentralen Arbeiten...
Maria Milisavljević (1982, Arnsberg) ist Dramatikerin, Übersetzerin und promovierte Kulturwissenschaftlerin und gehört zu den wichtigsten...
Autorenfoto zu Maria Milisavljević

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