Blutschwester
Eine Frau, 63 Jahre alt, liegt im Aufwachraum. Der Krebs ist zurückgekehrt. Aus diesem Zwischenraum – zwischen Narkose und Bewusstsein, zwischen Leben und Tod – ruft sie die Erinnyen an: drei Furien, drei Frauen, »voll der Wut«.
Was sich entfaltet, ist eine Befragung: Warum hat sie ein Leben lang ihre Wut geschluckt? Wer war da für sie – die Schwägerin, die Nichte – und wer nicht? Und was bedeutet es, wenn eine Frau, die nicht schlafen kann vor Schmerzen, ohne ihre Zustimmung sediert wird, weil der Mann dem zugestimmt hat?
Maria Milisavljević sucht nach einer Sprache für all die Wut, sie findet sie und lässt sie zwischen medizinischem Protokoll, mythologischer Beschwörung und leisen Einschüben pendeln – und erzählt mit dieser Bewegung selbst etwas über weibliche Unsichtbarkeit und die unstillbare Liebe an das Leben. Blutschwester verhandelt gleichermaßen zart, poetisch und voller Kraft Fragen von Care-Arbeit, körperlicher Selbstbestimmung und dem, wie Frauen –...
Maria Milisavljević
Zu ihren zentralen Arbeiten...

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