Mehr Drama! Autor:innen zeigen ihre Auswahl neuer Dramatik

06.04.2026
Beitrag zu Mehr Drama! Autor:innen zeigen ihre Auswahl neuer Dramatik
Einen ganz persönlich kuratierten Blick auf die Gegenwartsdramatik ermöglicht das neue Theatertreffen-Format Mehr Drama!, das gemeinsam mit dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) konzipiert wurde. Eine Zusammenarbeit des Theatertreffens der Berliner Festspiele mit den Theaterverlagen Felix Bloch Erben, S. Fischer Verlage, henschel Schauspiel, Rowohlt Verlag, Suhrkamp Verlag, Verlag der Autoren und dem VDB

Zum Auftakt von Mehr Drama! diskutieren am 14. Mai Sivan Ben Yishai, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke unter dem Titel Vom Schreiben und Spielen über den Status quo des zeitgenössischen dramatischen Schreibens.

Vom 14. bis 16. Mai stellen dann Sivan Ben Yishai (Suhrkamp Verlag), Necati Öziri (Felix Bloch Erben), Sasha Marianna Salzmann (Verlag der Autoren), Ferdinand Schmalz (S. Fischer Verlage), Gerhild Steinbuch (Rowohlt Verlag) und Paula Thielecke (henschel SCHAUSPIEL) in Tandems jeweils eine neue Stimme der Gegenwartsdramatik vor, die sie persönlich nominiert haben.

Die ausgewählten Dramatiker:innen sind Dora Yuemin Cheng, Lennart Kos, Jara Nassar, Sharon Dodua Otoo, Laura Uribe und Leonie Ziem. Ihre Texte werden im Rahmen von Mehr Drama! in klassischen Lesungen mit namhaften Schauspier:innen und in Gesprächen präsentiert. Die Lesungen finden jeweils in deutscher Sprache statt, für die anschließenden Autor:innen-Gespräche wird eine Simultanübersetzung ins Englische angeboten.

14. Mai: Wie lange leben, wie lange lieben? Gerhild Steinbuch & Leonie Ziem | Sivan Ben Yishai & Jara Nassar
Sprachlich virtuos entwirft Leonie Ziem in Das große Gleichgültige das Szenario einer Verlosung von 300 Jahren Lebenszeit und wirft die Frage auf, ob eine solche Verlängerung des Lebens überhaupt erstrebenswert ist.
Jara Nassar lässt in Hoch und immer höher zwei Figuren in Beirut aufeinandertreffen und erkundet, ob die Liebe unter der schwelenden Bedrohung des Krieges möglich ist.

15. Mai: Sprache suchen Sasha Marianna Salzmann & Sharon Dodua Otoo | Paula Thielecke & Laura Uribe
In On the right side / Auf der rechten Seite erzählt die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo von einem plötzlichen Sprachverlust und sucht in ihrem bilingualen Text (Deutsch / Englisch) nach Identität in der deutschen Gesellschaft.
Das Hör- und Sichtbarmachen von sonst abwesenden Stimmen liegt auch dem Text Backyard [Ein Suchgelände] von Laura Uribe (in Co-Autorinnenschaft mit Sabina Aldana) zugrunde, der sich künstlerisch mit dem Phänomen des gewaltsamen Verschwindenlassens von Menschen in Mexiko beschäftigt.

16. Mai: Vergangenheit als Gegenwart Necati Öziri & Lennart Kos | Ferdinand Schmalz & Dora Yuemin Cheng
In IRIDIUM on earth erzählt Lennart Kos vom turbulenten Leben des Magiers Buddy und schafft damit ein fantasievolles, dialogstarkes Stück über das Glück der menschlichen Verbindung – und über ihre Tragik.
Dora Yuemin Cheng sucht in Sprache/Spiel 语言·游戏 einen Ausdruck gegen das Verblassen von Sprache, Erinnerung und der eigenen Geschichte und erschafft dabei neue poetische Möglichkeitsräume.

Das Format Mehr Drama! wird unterstützt von der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

Sivan Ben Yishai, geboren 1978, lebt seit 2012 in Berlin. Ihre Stücke werden viel gespielt. Mit dem Stück LIEBE/ Eine argumentative Übung, das im Rahmen ihrer Hausautor:innenschaft am Nationaltheater Mannheim entstand, wurde sie zum Mülheimer Dramatikpreis 2020 eingeladen. Für WOUNDS ARE FOREVER (Selbstportrait als Nationaldichterin), das sich mit der palästinensisch-israelisch-deutschen Geschichte beschäftigt, erhielt sie den Mülheimer Dramatikpreis 2022.
Mit ihrem Stück Like Lovers Do (Memoiren der Medusa) in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele (Regie: Pınar Karabulut) war sie bereits 2022 zum...
Sivan Ben Yishai, geboren 1978, lebt seit 2012 in Berlin. Ihre Stücke werden viel gespielt. Mit dem Stück LIEBE/ Eine argumentative...
Autorenfoto zu Sivan Ben Yishai